Nach knapp elf Jahren RTK 4-SL [Sammlung] [BE-Programmierung]

Die Tatsache, dass 1995 die RTK 6-SL auf den Markt kam, spricht deutlich für den großartigen Erfolg der RTK 4-SL, aber natürlich auch für die stetige Weiterentwicklung des Hella Konzerns.
Bei der Hella RTK 6-SL setzte man weiterhin auf die Modulbauweise, die sich mit der RTK 4-SL ab 1984 mehr als bewährt hatte. Sie garantiert dem Kunden somit weiterhin einen individuellen Blaulichtbalken, ganz nach Wunsch.
Natürlich kamen mit dem "RTK 6"-Balken auch diverse Neuerungen. So gab es mittlerweile auch eine Blitzlichtversion (vier Xenon-Blitzröhren verteilt auf jeweils zwei synchron laufende Rinnenparabolreflektoren), die optional noch einen weiteren Frontblitzer verpasst bekommen konnte. Weiterhin wurde die Drehspiegelversion optimiert und der Motor mit Doppelriemenantrieb läuft nun auch noch bei minus 40 Grad Celsius und mit Rotationskontrolle.
Die Anhaltesignale wurden teilweise aus der "RTK 4"-Serie übernommen, allerdings angepasst an den Betrieb über die sogenannte ZSE (Zentralsteuereinheit) und mit integrierten, nach links und rechts abblendenden Lamellengittern versehen, die bei der "RTK 4"-Serie in der Blende des Dachbalkens verbaut waren. Nun wurden aber opional anstatt der sogenannten ASG-GL auch LED-Anzeigen als ASG angeboten. Dabei wird nocheinmal zwischen den ASG-LED(W) und den ASG-LED-Matrix unterschieden. Die ASG-LED(W) können nur die drei bekannten Schriftzüge "STOP POLIZEI" in Spiegelschrift nach vorn und in Realschrift nach hinten, sowie "BITTE FOLGEN" anzeigen. Über die ASG-LED-Matrix können bis zu 14 verschiedene, vorprogrammierte Schriftzüge (Aufforderungen, Hinweise etc.), wie "STOP POLIZEI", "BITTE FOLGEN", "STAU", "UNFALL", "NEBEL" usw., sowie auch Pfeile angezeigt werden. Bei entsprechender Programmierung der Bedieneinheit sind auch andere Landessprachen möglich.
Die elementarste Veränderung am "RTK 6"-System ist jedoch die Ansteuerung der Dacheinheit. Wurden die Funktionen bei der RTK 4-SL noch über viele einzelne Kabel einzeln angesteuert (analog), so können bei der RTK 6-SL alle Funktionen über die sehr komfortabel gestaltete Bedieneinheit (BE) in Verbindung mit einem Buskabel ein- bzw. ausgeschaltet werden. Der Vorteil dabei ist, dass nur das kompakte Buskabel und die Versorgung zum Dachbalken geführt werden muss. Dies ermöglicht einen reduzierten Fahrzeug-Leitungssatz und eine vereinfachte Montage. Die BE ist ferner auch Diagnosegerät und Klangfolgegenerator. Sie kann auch relativ leicht auf andere Funktionen und Klangfolgen programmiert werden und ist so kompakt konstruiert worden, dass sie in jeden DIN-Autoradioschacht eingebaut werden kann, wobei aber auch durch ein absetzbares Bedienfeld an eine Alternativmontage gedacht wurde.
Die intelligente Programmierung der BE und das Bussystem erlauben es, jederzeit beliebige Module nachzurüsten, ohne neue Leitungen durchs Fahrzeug ziehen zu müssen. Neue Module werden sofort durch die ZSE-D und die BE erkannt und sind auch direkt einsatzbereit. Die Möglichkeit, wie auch bei der "RTK 4"-Serie ein Teleskopblaulicht aufzusetzen und ein STAU-Schild auf eine entsprechende Vorrichtung zu stecken, besteht natürlich auch beim "RTK 6"-Balken. Seit 2001 bietet Hella für die RTK 6-SL auch einen elektromechanischen Info-G(eber) an. Hier kann das STAU-Schild nun auch bequem vom Fahrzeuginneren über die BE aufgeklappt werden. Dies stellt für die eingesetzten Polizeibeamten, insbesondere auf Bundesautobahnen, eine erhebliche Gefahrenminimierung dar und gibt ihnen mehr Zeit für weitere Maßnahmen der Gefahrenabwehr und Hilfeleistung.

Bedieneinheit, 12 V, Ausführung Polizei (9SX 007 609-001)
Die Bedieneinheit setzt sich aus zwei Komponenten zusammen; dem Bedientableau (BT) und dem Steuergerät.
Das Steuergerät ist das Herz der BE. Hier werden alle gewünschten bzw. erforderlichen Komponenten an die entsprechenden Steckplätze angeschlossen. In ihm ist auch das Betriebssystem in der entsprechenden Version aufgespielt. Das BT ist im Prinzip die Tastatur und der Monitor für unseren "Rechner".
Die Komponenten der BE können unabhängig von der Geräteversion mit denen von anderen BE beliebig getauscht werden, mit Ausnahme von Teilen der Version 296, die nur untereinander getauscht werden können. Es gibt zwei Verbindungsformen der beiden Komponenten; die kompakte BE, bei der das BT direkt auf das Steuergerät montiert wird und die BE mit abgesetztem Bedienteil, das über ein Verlängerungskabel separat von dem Steuergerät montiert werden kann.
Der Programmiermodus des Steuergerätes der BE kann durch eine Tastenkombination am BT aktiviert werden. Nun lassen sich alle verfügbaren Einstellungen im simplen 0-1-System anwenderspezifisch ändern. So kann auch beispielsweise eine BE in Polizeiversion zur Notarztversion umprogrammiert werden und der Kauf einer Notarzt-BE wird überflüssig.